Padua voller Genuss
Die jahrhundertealte kulinarische Tradition von Padua bevorzugt hauptsächlich die einfachen landwirtschaftlichen Produkte wie das Gemüse und Obst aus dem Garten, das Fleisch der Kleintierzucht, den Saft der Weintrauben, die Wurstwaren, die Früchte der Jahreszeit und in einigen Gegenden die Wildkräuter.
Die Produkte des Bauernhofs stellen den Höhepunkt der paduanischen Esskultur dar: das berühmte Paduaner Huhn, das Polverara-Huhn, Gans, Perlhuhn, Kapaun und Ente sind die verbindenden Elemente zwischen Geschichte, Tradition und Gastronomie.
Das Land um Padua wie auch der ganzen Region Venetiens bringt hochwertige und beliebte Rebsorten hervor. In fünf Weinanbaugebieten werden „DOC"-Weine (Qualitätsweine mit zertifizierter Herkunft) erzeugt: in der Gegend der Euganeischen Hügel, in den Gebieten von Bagnoli und Merlara, in den Weingütern Correzzola und am Fluss Brenta.
Die Weine stehen im Mittelpunkt vieler Veranstaltungen und Events, die hauptsächlich im Frühling und Herbst stattfinden.
In den Euganeischen Hügeln wurden schon in der vorrömischen Zeit Oliven angebaut, und das Olivenöl ist bis heute ein wichtiges Erzeugnis geblieben. Das native Olivenöl „extra vergine" aus den Euganeischen Hügeln wird ausschließlich in 15 Gemeinden hergestellt, die unter der Aufsicht der Behörde des Nationalparks Colli Euganei stehen. Das Öl hat die charakteristische goldgelb-grünliche Farbe und ist ein hervorragendes Produkt mit delikatem Aroma, das durch Kaltpressung gewonnen wird und nach dem gründlichen Klärungsprozess meistens ungefiltert abgefüllt wird.
In der kalten Jahreszeit reifen zwei köstliche landwirtschaftliche Produkte: der „Radicchio" (Zichorie) und der Schinken von Montagnana.
Ein besonderer Stolz Venetiens ist die Zichorie, und in der Gegend von Padua werden davon mehrere Sorten angebaut: der gefleckte Radicchio von Castelfranco, die rote früh- und spätreifende Zichorie von Treviso und der rote Radicchio aus Chioggia und Verona, die vom paduanischen Speisezettel nicht wegzudenken sind. Der zarte und leicht bittere Geschmack kommt im Risotto besonders gut zur Geltung, eines der schmackhaften Rezepte der lokalen Küchentradition.
Montagnana kann sich nicht nur seiner mittelalterlichen, vollständig erhaltenen Stadtmauer rühmen, sondern auch seiner leckeren Schinken, die den ländlichen Traditionen seiner ebenen Landschaft und seiner Einwohner zu verdanken sind, die ihr Erzeugnis stolz „crudo dolze" (süßer Roher) von Montagnana nennen. Der süße Geschmack, seine Zartheit, die rosige Farbe und der unverwechselbare Duft gewährleisten die Spitzenqualität dieses anerkannten DOP-Produkts (Denominazione di Origine Protetta - Geschützte Ursprungsbezeichnung), die vom „Consorzio del Prosciutto Veneto Berico Euganeo" (Konsortium für den venetischen Schinken aus dem berico-euganeischen Gebiet) mit Sitz in Montagnana gewährleistet wird.
Jedes Jahr am dritten Maisonntag wird in Montagnana das Fest des süßen Schinkens „Piacere Montagnana!" (Angenehm, Montagnana!) abgehalten.
Mit dem Frühling erscheint ein anderes vortreffliches Erzeugnis auf den Tisch, der Spargel. Die Provinz Padua ist das wichtigste Anbaugebiet, sowohl für den weißen, als auch für den grünen Spargel. Das kurze Gastspiel des Spargels auf dem frühlingshaften Speisezettel der Familien ist schlicht, aber vielseitig. Begleitet von Eiern oder einem köstlichen Reis werden köstliche Gerichte zubereitet, auf die niemand in der ganzen Provinz verzichten möchte.
Der Sommer ist hingegen in Padua die Zeit des besten Käses. Hier, vor allem im Norden der Provinz, wo das ganze Jahr über Weidewirtschaft betrieben wird, ist die Heimat der beliebtesten Käsesorten wie Grana Padano, Asiago und Montasio.
Die einheimische Kochkunst lässt sich bis zur Epoche der Adelsfamilien Obizzi, Da Carrara und Contarini zurückverfolgen, die einfache Zutaten und köstliche Speisen zu schätzen wussten. Man kann in der Provinz Padua jedoch nicht von einer gemeinsamen Küchentradition sprechen: Das landschaftlich sehr vielfältige Gebiet um Padua besteht aus Lagunen und Tälern, Hügeln, Flusstälern und Ebenen und bietet einen reiche Fülle der unterschiedlichsten Zutaten, die sich von Ort zu Ort verändern.
Nur wenige Speisen sind deshalb überall zu finden: eine davon ist das vielleicht berühmteste Gericht „Bollito alla Paduana" (Gekochtes nach Paduaner Art), dessen Rezept im 17. Jahrhundert von dem Alemannen Mattia Giegher niedergeschrieben wurde.
Andere charakteristische Gerichte sind „Risi e bisi" (Reis und Erbsen) und die gehaltvolle „Pasta e fasoi" (Nudeln und Bohnen). Natürlich trinkt man zum Essen einen der großartigen paduanischen Weine. Die edlen Tropfen wurden schon von Petrarca und Ruzante gerühmt, und für ihre gleichbleibende Spitzenqualität trägt die Sorgfalt und Kompetenz der Weinbauern Sorge, die sich im Konsortium der DOC-Weine der Euganeischen Hügel und Bagnoli zusammengeschlossen haben.
Dank des beständigen Engagements von Seiten der Fachleute hat die venetische und paduanische Küche ihre besonderen Eigenheiten bewahrt, die sie mit den überlieferten Rezepten übernommen hat, wobei sie aber nicht auf Neuerungen verzichtet, die die mordernsten Erkenntnisse im Bereich der Ernährung berücksichtigen.
Die Qualität der Gaumenfreuden der paduanischen Önogastronomie wird von dem Markenzeichen „Padua da gustare" zertifiziert und in der Gütebescheinigung der paduanischen Önogastronomie beschrieben. Darin werden die Kriterien für die typischen Merkmale, die Echtheit und die Zurückverfolgbarkeit der Lebensmittel und Weine von Padua festgelegt.
(Unser Dank gilt den Betreibern der Webseite www.turismopadova.it für ihre freundliche Unterstützung.)














