Padua - Stadt der Fresken
Kirche St. Michael in Pozzoveggiani
Freskomalereien aus dem 10./11. und 12./13. Jh.
Nur wenige Kilometer von Padua entfernt liegt an der Via Annia eine kleine Kirche mit vielen Schätzen aus der Spätantike: die Kirche Sankt Michael in Pozzoveggiani.
Der Innenbereich ist mit kostbaren Fresken aus dem 10. und 11. Jh. ausgeschmückt, die die sechs Apostel darstellen und charakteristische Stilelemente der karolingischen und ottonischen Kunst zeigen; in der Apsis „Cristo Pantocratore" (Christus, der Allmächtige), umrahmt von den Symbolen der Evangelisten, und „Theorie der Heiligen und Apostel" (12. bis 13. Jh.).
Besichtigung nach Voranmeldung unter der Nummer 338 1385742 / 349 1635669
Cappella degli Scrovegni (Arena- oder Scrovegni-Kapelle)
Freskomalereien von Giotto
Anfang des 14. Jahrhunderts ließ Enrico Scrovegni diese kleine Kapelle neben dem Familienpalast errichten und beauftragte Giotto, die Innenwände mit Darstellungen von Maria, Jesus und dem Jüngsten Gericht auszuschmücken. Die Fresken wurden wahrscheinlich im Zeitraum zwischen 1303 und 1305 geschaffen und werden als höchster Ausdruck der Bildenden Künste der Geschichte betrachtet.
Nur nach Voranmeldung unter www.cappelladegliscrovegni.it
Carrarese-Kapelle (heute Bibliothek der Akademie Galileo)
Fresken von Guariento
Die Loggia Carrarese ist ein kostbares Relikt aus dem Schloss des mächtigen Adelsgeschlechts Da Carrara und ein schönes Beispiel für die Baukunst des 14. Jahrhunderts. In der alten Privatkapelle der Prinzen, heute Versammlungssaal der Akademie Galileo, können die Geschichten des Alten Testaments bewundert werden, die zwischen 1349 und 1354 von dem Künstler Guariento di Arpo in elegantem Stil erzählt wurden, der am Hof der Familie Da Carrara tätig war.
Der Sitz der Akademie kann von Donnerstag bis Samstags von 10 bis 12.30 Uhr besichtigt werden.
Andere Besichtigungszeiten können telefonisch unter der Nummer 049.8763820 oder schriftlich über die E-Mail-Adresse galileiana@libero.it vereinbart werden.
Cappella Maggiore, Einsiedler-Kirche
Freskengemälde von Guariento
Die Szenen mit den Heiligen Philipp und Agustinus wurden von Guariento di Arpo zwischen 1361 und 1365 dargestellt und bedecken die linke Wand des Presbyteriums. Die rechte Wand wurde während eines Bombenangriffs am 1. März 1944 völlig zerstört. Guariento übernahm hier die räumliche Gestaltungsweise Giottos und übertraf sie mit breiten und vergrößerten Kompositionen, die perspektivisch aufgebaut sind und in enger Verbindung mit den dargestellten Figuren stehen. In der Kapelle Cortellieri zeigen einige Fresken die Tugenden und die Freien Künste; dabei handelt es sich um die einzigen Überreste der ersten Arbeit von Giusto de' Menabuoi in Padua (1370). Einige bruchstückhafte Fresken aus dem 14. Jh. sind auch in der Kapelle Sanguinacci zu sehen, während in der Kapelle Ovetari Wandmalereien von Andrea Mantegna erhalten geblieben sind (siehe unten).
Kapelle St. Joachim und St. Felix, Basilika Hl. Antonius
Freskomalereien von Altichiero da Zevio und Jacopo Avanzo 1377-78
Geschichte und Legende verschmelzen in dieser wunderschönen Kapelle, die im Auftrag von Bonifacio Lupi di Soragna, einem Ritter und Diplomat mit großer Bildung, ab 1372 errichtet und von Altichiero da Zevio mit Fresken ausgeschmückt wurde. Der Künstler stellte das Leben des heiligen Joachim, des Schutzherrn der Ritter, in den charakteristischen Landschaften und Szenerien Venetiens dar. Besonders eindrucksvoll ist die große Kreuzigung. Auf dem Bild „Der Traum des Königs Ramiro" erkennt man Francesco Petrarca, Lombardo della Seta und Francesco dem Älteren da Carrara.
Oratorium St. Georg
Fresken von Altichiero da Zevio und Jacopo Avanzo 1379-84
Die Bestattungskapelle von Raimondino Lupi di Soragna, eines verdienstvollen Kriegers blickt auf den Kirchplatz der Basilika St. Antonius. Der Innenbereich der Kapelle wurde von Altichiero da Zevio und Jacopo Avanzo zwischen 1379 und 1384 mit Bildern aus dem Leben Jesus', des heiligen Georg, Schutzherr der Ritter, der heiligen „Soldatinnen" Gottes Lucia und Katharina ausgeschmückt. Ein Gemälde zeigt Raimondo in militärischer Kleidung, während er vor der Heiligen Jungfrau marschiert.
Kapelle St. Philipp und St. Joachim oder Hl. Lukas Belludi, Basilika Hl. Antonius
Freskengemälde von Giusto de Menabuoi
Im Auftrag der Brüder Manfredino und Naimerio Conti des Da Carrara-Clans wurde diese Kapelle zwischen 1380 und 1382 erbaut und dem seligen Lukas Belludi geweiht, der ein bevorzugter Ordensbruder des heiligen Antonius war und dessen Grab sich hier befindet. Die Malereien an den Wänden erzählen Geschichten von den Heiligen Filippo und Joachim, die der „Goldenen Legende" von Jacob von Vorago entnommen und von Giusto de'Menabuoi, einem vorzüglichen Hofmaler der Adelsfamilie Da Carrara, meisterlich ausgeführt wurden. Sehenswert ist auch die herrliche Ansicht von Padua aus dem 14. Jahrhundert links von der Apsis.
Battistero della Cattedrale (Taufkapelle der Kathedrale)
Freskomalereien von Giusto de' Menabuoi
Die ehemalige Taufkapelle wurde von Fina Buzzaccarini, der Gattin von Francesco dem Älteren da Carrara, für sich und ihren Ehemann als Grabstätte gewählt, und 1378 gab sie dem Hofmaler Giusto de' Menabuoi den Auftrag, die kleine Kirche mit Fresken auszugestalten. Giusto forderte für seine Malereien eine höhere Kuppel, in der er dann ein prächtiges Paradies darstellte, das bis heute erhalten geblieben ist. An den Wänden sind Bibelgeschichten von Johannes dem Täufer und der Erschaffung der Welt sichtbar, in der Apsis finden sich Szenen der Apokalypse.
Oratorium Sankt Michael
Fresken von Jacopo da Verona 1397
Dieser altertümliche Betsaal wurde schon in den Urkunden des 6. Jahrhunderts, also in der Epoche der Langobarden, erwähnt und 1170 endgültig dem heiligen Michael geweiht. Die Freskengemälde an den Wänden wurden 1397 von Jacopo da Verona geschaffen, der auf seinen Bildern in schlichtem und bürgerlichem Stil von Maria und Jesus erzählte, dabei die Lehren von Giotto, Altichiero und Giusto de'Menabuo wieder aufnahm und damit das „goldene Zeitalter" von Padua abschloss.
Palazzo della Ragione (Justizpalast)
Stefano da Ferrara und Nicolò Miretto, ungefähr um 1420
Der Bau des imposanten Justizpalastes wurde 1218 von der Gemeinde Padua in Auftrag gegeben und stand im Lauf der Jahrhunderte im Mittelpunkt des bürgerlichen und geschäftlichen Lebens der Stadt. Sein herrlicher „Salone" weist einen beeindruckenden astrologischen Freskenzyklus auf, der sich am Astrolabium Planum des großen Wissenschaftlers Pietro d'Abano inspiriert, der im 13./14. Jahrhundert lebte. Eine Fläche von 1200 Quadratmetern ist mit 333 Freskomalereien bebildert, die faszinierende Theorien über den Einfluss der Sterne und Planeten auf die Laster und Tugenden des Menschen erzählen.
Basilika Sankt Justina, Kapelle Hl. Lukas
Fresken von Giovanni Storlato 1436-38 (Episoden aus dem Leben des hl. Lukas)
Diese riesige Basilika ist einer der größten christlichen Sakralbauten und bewahrt hinter ihrer strengen, unvollendeten Fassade wertvolle Zeugnisse des Christentums. Hier ruhen die sterblichen Reste zahlreicher Märtyrer, darunter die Gebeine der Protomärtyrerin Justina, der das große Altarbild des Veronese auf dem Hauptaltar gewidmet ist, des heiligen Prosdozimus, der laut Überlieferung der erste Bischof von Padua war, des Evangelisten Lukas, des Apostels Matthias und vieler anderer. Besonders eindrucksvoll ist die Abtei, die noch von Benediktinermönchen bewohnt wird. In der Kapelle des heiligen Lukas oder Capitolo sind Teile der Fresken von Giovanni Storlato zu sehen, die Szenen aus dem Leben des heiligen Lukas darstellen. Der sogenannte „Chiostro Dipinto" (bemalter Kreuzgang) war einst vollständig mit Fresken von Girolamo del Santo aus dem 16. Jahrhundert geschmückt, von denen noch Teile erhalten sind. Andere Malereien im „Corridoio dei Martiri" (Korridor der Märtyrer) gehen auf das 18. Jahrhundert zurück und können keinem Künstler zweifelsfrei zugeschrieben werden.
Chiesa degli Eremitani (Einsiedler-Kirche), Kapelle Ovetari
Andrea Mantegna (um 1453)
Im Alter von nur 17 Jahren unterschrieb Andrea Mantegna einen Vertrag der Kaiserin Ovetari, die ihn mit der Ausgestaltung der Eremitani-Kirche betraute. Er stellte sein großes Talent sehr bald mit den Fresken aus dem Leben der beiden Heiligen Joachim und Christopherus unter Beweis und gab mit seiner lebendigen Kunst den Impuls zu einem außergewöhnlichen Erneuerungsprozess im Bereich der darstellenden Kunst, der Padua zum Zentrum der italienischen Frührenaissance in Oberitalien machten.
Ehemaliges Kloster Hl. Johannes von Verdara
1487 und danach
Das jetzige Militärkrankenhaus von Padua blickt auf eine sehr lange und bewegte Geschichte zurück. Es wurde im 13. Jahrhundert als Benediktinerkloster gegründet und in der Folge von den Augustiner Chorherren vom Lateran geführt, bis diese Bruderschaft 1783 von der Republik Venedig aufgelöst wurde. Danach wurde das Gebäude als Waisenhaus genutzt, dann als Sitz der Jesuiten und schließlich als Militärkrankenhaus. Auf den langen Wänden der ehemaligen Bibliothek, die jetzt als Kapelle dient, befindet sich ein schöner Freskenzyklus aus dem späten 15. Jahrhundert, der berühmte Persönlichkeiten darstellt, während in den Lünetten die „Tugenden und Freien Künste" und im Doppelportal die Dekorationen zu sehen sind.
Besichtigung nur nach Voranmeldung unter der Tel.-Nr. 049 8738111 möglich
Palazzo Vescovile (Bischofspalast), Kapelle Hl. Maria degli Angeli
Jacopo da Montagnana (1495)
Zu einem Besuch in dem reichhaltigen Museum des Bischofspalasts gehört auch die Besichtigung der Kapelle Hl. Maria mit den Engeln, die ein wahres Schmuckstück der religiösen Kunst von Padua ist. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet und 1495 von Prospero da Piazzola und Jacopo Parisati da Montagnana, der auch das Triptychon der Ankündigung auf dem Altar geschaffen hat, mit Fresken dekoriert.
Palazzo Vescovile, Salone dei Vescovi (Bischofssaal)
Freskomalereien von Bartolomeo Montagna
Der prächtige Saal im Bischofspalast wurde 1505 von Bartolomeo Montagna mit Fresken ausgestaltet, auf denen die ersten 100 Bischöfe von Padova dargestellt sind. Später kamen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts weitere Bildnisse der Nachfolger hinzu. Auch ein Porträt von Francesco Petrarca ist hier zu sehen, das aus seinem Kanonikat in der Via Dietroduomo stammt.
Scoletta del Carmine
Freskengemälde von Giulio und Domenico Campagnola, Girolamo del Santo, Stefano dell'Arzere
Die „kleine Schule" wurde im 14. Jahrhundert neben der Kirche Carmine als Sitz des Karmeliterordens errichtet und enthält einen bedeutenden Freskenzyklus aus dem 16. Jahrhundert mit Geschichten aus dem Leben von Christus und Maria. Die Malereien wurden von Girolamo Tessari, auch dal Santo genannt, Giulio Campagnola, Domenico Campagnola, Stefano dall'Arzere und weiteren Künstlern geschaffen.
Besichtigung nach Voranmeldung unter Tel.-Nr. 049 8760422
Scuola del Santo
Fresken von Tiziano, Bartolomeo Montagna, Francesco Vecellio, Domenico Campagnola, Girolamo del Santo, Giovanni Antonio Corona und Filippo da Verona
Die „Schule des Heiligen" wurde schon 1427 urkundlich erwähnt und 1504 vergrößert. Später wurde sie mit einem Freskenzyklus ausgeschmückt, der Szenen und Wunder aus dem Leben des heiligen Antonius zeigt. Unter den Künstlern, die an diesen Wandmalereinen arbeiteten, ist besonders Tiziano zu erwähnen, der im Jahr 1511 die folgenden Bilder schuf: „Antonius bringt ein Neugeborenes zum Sprechen", „Der Heilige erweckt eine vom Ehemann erdolchte Frau zum Leben, „Der Heilige heilt einen jungen Mann, der sich den Fuß abgeschlagen hat".
Sala dei Giganti
1540
Der riesige Saal gehört heute zur philologischen Fakultät oder Liviano der Universität von Padua, war aber ursprünglich ein Teil des Palastes der Familie Da Carrara. 1350 wurde der Saal von Guariento, Altichiero und Avanzo mit den Fresken berühmter historischer Persönlichkeiten ausgestaltet, die sich an „De Viris Illustribus von Petrarca" inspirierten. Die heute vorhandenen Freskomalereien wurden 1540 geschaffen und sind ein Werk von Domenico Campagnola, Stefano dall'Arzere und Gualtiero Paduano, die das frühere Thema wieder aufnahmen.
Nodari-Saal, Palazzo Moroni
Freskomalereien von Domenico Campagnola
Die einstige Kapelle des Kollegiums der Notare, die sich im Kapitelsaal versammelten, wurde 1551 im Auftrag des Stadthalters Stefano Tiepolo von Domenico Campagnola mit Fresken religiösen Inhalts ausgeschmückt: der selige Johannes der Täufer, der heilige Evangelist Johannes, die Heiligen Paul und Rochus, die Schirmherren der Stadt, Bischöfe und Bilder aus dem Leben des Täufers. Die Gemälde wurden im Lauf der Zeit mehrmals verändert und restauriert.
Besichtigung nur in Gruppen nach vorheriger Absprache unter der Tel.-Nr. 049 8205200
Oratorium Sankt Rochus
Fresken von Gualtiero Paduano und Stefano dell'Arzere (1542)
Der Betsaal Sankt Rochus, wo sich die gleichnamige Bruderschaft versammelte, wurde zwischen 1500 und 1542 mit einer Bilderfolge dekoriert, die dem Leben des heiligen Rochus gewidmet ist, dem Schutzherrn gegen die Pest. Die Fresken wurden von zwei Künstlern aus Padua geschaffen: Gualtiero Paduano und Stefano dall'Arzere, beide Schüler von Domenico Campagnola.
Kirche Sankt Franziskus
Freskengemälde von Girolamo del Santo
Der Gebäudekomplex Sankt Franziskus wurde von den Eheleuten Baldo und Sibilla Bonafari in Auftrag gegeben, und 1414 wurde mit dem Bau des Krankenhauses begonnen, das bis 1798 das wichtigste der Stadt war. Die Kirche wurde einige Jahre später errichtet und im 16. Jahrhundert vergrößert. Die zweite Kapelle im rechten Kirchenschiff bewahrt einen schönen Freskenzyklus, der Episoden aus dem Leben der Heiligen Jungfrau erzählt, ein Meisterwerk von Girolamo del Santo (1523-26).
Oratorio del Redentore
Freskomalereien von Girolamo del Santo
Neben der Heiligkreuzkirche (S.Croce) befindet sich das „Oratorium des Erlösers", das 1537 mit einem Bilderzyklus von Girolamo del Santo ausgeschmückt wurde, der den Kreuzweg oder die Mysterien der Passion darstellt. Die Porträts der heiligen Schutzherren wurden hingegen von Domenico Campagnola ausfgeführt.
Besichtigung nach Anfrage unter Tel.-Nr.049 8801438
Oratorium Sankt Bovus
Der obere Saal dieses Gebäudes, einst der Kapitelsaal der Sankt-Bovus-Bruderschaft, hat eine Kassettendecke aus Holz und an den Wänden eine Reihe von Freskengemälden verschiedener Künstler aus dem 16. Jahrhundert, darunter Domenico Campagnola, Stefano Dall'Arzere und andere Namen, die noch nicht bestätigt wurden. Sie zeigen Szenen aus dem Leben und der Passion Christus' (ähnlich dem Zyklus des nahe gelegenen Oratoriums des Erlösers bei der Heiligkreuzkirche). Besichtigung nur nach vorheriger telefonischer Anfrage unter der Tel.-Nr. 049 8758525
Odeo Cornaro
Fresken von Lambert Sustris und anderen unbekannten Künstlern
Das Odeum Cornaro gehörte zu einem Gebäudekomplex, der im 16. Jahrhundert im Besitz des Adligen Alvise Cornaro war, einer Hauptfigur des damaligen geistigen Lebens der Stadt. Er war ein Wissenschaftler der Hydraulik und hatte ein landwirtschaftliches Unternehmen, beschäftigte sich mit den Theorien der Architektur und förderte die Bildende Kunst, war der Mäzen zahlreicher Künstler und ließ neben seinem Palazzo in Padua eine Loggia für Theateraufführungen und das Odeum für die Musik und gelehrsame Konservationen errichten. Der zentrale Raum des Odeums ist im Bereich der Schirmkuppel mit prächtigen Groteskmalereien ausgeschmückt, während in den angrenzenden Sälen großzügige Landschaften zu sehen sind, die Lambert Sustris zugeschrieben werden, einem niederländischen Künstler, der im dritten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts in Rom, Vendig und Padua tätig war.
Scuola della Carità
Fresken von Dario Varotari
Die „Schule der Nächstenliebe" war Sitz einer der bedeutendsten laizistischen Bruderschaften von Padua, deren Aufgabe die Führung der Laienbrüder war, die für die Pflege der Kranken und Armen und andere wohltätige Dienste abgestellt waren. Im Innenbereich blieb ein kostbarer Freskenzyklus erhalten, der Szenen aus dem Leben der heiligen Jungfrau darstellt und 1579 von Dario Varotari gemalt wurde. An der südlichen Wand zeigt ein umfangreiches Fresko die Eheleute Baldo Bonafari und Sibilla de Cetto, die großzügigen Wohlttäter und Auftraggeber des großen Krankenhauses von Padua.
Die Schule hat die folgenden Öffnungszeiten für Besucher:
Donnerstags und samstags: 10.00 bis 12.00 und 16.30 bis 18.30 Uhr
Freitags: 16.30 bis 18.30 Uhr
Loggia del Consiglio oder Gran Guardia
Fresken von Antonio Torri (1667)
Die elegante „Loggia des Gerichtshofs oder der großen Wache" erhebt sich an der Südseite der Piazza dei Signori und wurde zwischen 1501 und 1533 errichtet, um das höchste Gericht von Padua zu beherbergen. Der obere Saal wurde 1667 von Antonio Torri mit Fresken ausgeschmückt, die geschichtliche Gegebenheiten und Legenden aus Padua darstellen.
Kirche Sankt Kajetan
Freskengemälde von Guy Luis Vernansal (1730)
Unter den zahlreichen Werken, die die Kirche Sankt Gaetano - nach einem Projekt von Vincenzo Scamozzi aus dem Jahr 1582 - schmücken, ist sicher das Meisterwerk auf der Kuppel von Guy Louis Vernansal J., das 1742 vollendet wurde, das bedeutendste. In dem idealen Paradies, das der Pariser Künstler auf seinem Fresko dargestellt hat, sind die auserwählten Geister auf 16 Bereiche verteilt, die strahlenförmig in einem zentralen Rundbild konvergieren, auf dem die Dreifaltigkeit, Maria, Johannes der Täufer, Judas und Simon zu sehen sind.
Caffè Pedrocchi, Hauptgeschoss
Zwischen 1840 und 1842 ließ Antonio Pedrocchi, der Auftraggeber eines der Wahrzeichen von Padua, des historischen und ruhmreichen Cafès Pedrocchi, die Bel Etage dieses Bauwerks in einer Geste des unbeschwerten und ironischen Eklektizismus dekorieren, indem er die menschliche Zivilisation und die verschiedenen geschichtlichen Zeitalter in einer ganz besonderen Lesart zurückverfolgte: etruskische, griechische, römische Epoche, Renaissance, Herkulaneum, Napoleon, ägyptische und maurische Ära. Eine außergewöhnliche Mischung, der sich die Künstler von Belluno (Giovanni De Min, Pietro Paletti, Ippolito Caffi), Padua (Vincenzo Gazzotto, Antonio Gradenigo) und der Römer Giuseppe Petrelli widmeten.
Palazzo Zabarella
Fresken von Francesco Hayez (19. Jahrhundert), Giuseppe Borsato, Giovanni Carlo Bevilacqua
Im 19. Jahrhundert wurde der Architekt Daniele Danieletti von Graf Giacomo Zabarella, dem letzten Nachfahren einer Adelsfamilie, beauftragt, einen Zugang zum Hauptgeschoss des antiken Palastes der Familie zu schaffen, ohne das äußere Erscheinungsbild zu ändern. Der Entwurf von Danieletti wurde in den Jahren 1819/19 von dem erlesenen Wanddekor ergänzt, das drei große und berühmte Künstler - Francesco Hayez, Giuseppe Borsato und Giovanni Carlo Bevilacqua - ausgeführt hatten, die bereits in Venedig tätig waren und den neoklassizistischen Geschmack des Auftraggebers berücksichtigten.
Universität Padua, Palazzo del Bo
Zahlreiche Säle der prestigevollen Universität von Padua sind mit Fresken ausgeschmückt, die im 19. und 20. Jahrhundert entstanden. Darunter auch die Aula Magna, deren Decke von Giulio Carlini mit dem Fresko „Die Gelehrsamkeit und die Wissenzweige" (1854-56) bemalt wurde; der „Vierziger-Saal" wurde mit den Porträts von Giacomo dal Forno (1942) ausgestaltet, die 40 bedeutende ausländische Persönlichkeiten zeigen, die einst die Universität von Padua besuchten; die großen Fresken, die den eindrucksvollen Treppenaufgang zum Rektorat und das Rektorat selbst schmücken, sind hingegen Werke von Giò Ponti (1941). In der Gemäldesammlung des Rektorats finden sich auch Freskomalereien von Piero Fornasetti (1942-43) und Fulvio Pendini (1956). Im Saal der medizinischen Fakultät sind Fresken von Achille Funi (1942) und im „Saal der Studenten" Werke von Antonio Morato (1940) zu sehen. Die sogenannte Basilika ziert eine Bilderfolge von Pino Casarini, deren Thema die politische Geschichte der Univeristät ab 1848 ist (1940-42).
Universität Padua, Liviano
Die hohen Wänden des Liviano, dem Sitz der 1939 von Giò Ponti gegründeten philologischen Fakultät, bedeckt ein fast 250 qm großes Gemälde von Massimo Campigli (1940). Dieses Werk stellt die Fortdauer der römischen Kultur in der modernen Zivilisation durch die Verherrlichung der Symbole für das Leben und die Dichtung, das Studium und die Arbeit dar. Auf der linken Wand sieht man die Porträts von Carlo Anti, dem damaligen Rektor der Universität, Giò Ponti, Massimo Campigli und Giuditta Campigli.
Basilika Sankt Antonius
Achille Casanova (1903-1943)
Verschiedene Künstler (1905-1983)
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Basilika aufgrund zahlreicher Brände und anderer Katastrophen, die sie im Laufe der Zeit heimsuchten, einen Großteil des Wandschmucks aus dem 15. Jahrhundert eingebüßt. Deshalb wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, aus dem Achille Casanova als Gewinner hervorging. Die Apsis, das Taufbecken, die Hauptkuppel und die Seitenwände wurden von dem Künstler aus der Emilia mit einer Reihe von Fresken verschönt, die verschiedene Themen wie das Leitmotiv der Verherrlichung des hl. Antonius zum Inhalt haben. Auch die Kapellen des Wandelgangs sind mit Malereien aus dem 20. Jahrhundert ausgeschmückt: Kapelle Sankt Josef - Fresken von Ermolao Paletti (1912); Kapelle Hl. Franziskus - Fresken von Adolfo de Carolis und Ubaldo Oppi; Kapelle Hl. Leopold - Fresken von Gerardo Fugel ( 1905); Kapelle Hl. Stanislaus - Werke von Taddeo Popiel (1899); Kapelle Hl. Stephan - Fresken von Lodovico Seitz (1908); Kapelle Sankt Bonifazius - Fresken von Martin Feuerstein (1907); Kapelle Hl. Rosa - Fresken von Biagio Biagetti (1913-14); Kapelle Hl. Katharina - Werke von Pietro Annigoni (1983).














